Erfolgreicher Start in das neue Jahr

EUROPLANT lud zur traditionellen Bio-Pflanzkartoffelschau

Lüneburg, Januar 2026 | Rund 100 Besucher folgten trotz widriger Wetterbedingungen der Einladung der EUROPLANT zur traditionellen Bio-Pflanzkartoffelschau am 8. Januar 2026 an den firmeneigenen Lagerstandort Oetzen. Die Interessierten durften sich auf einen sehr informativen Mix aus Fachvorträgen, Ausstellung der Bio-Pflanzkartoffelpartien, Hausmesse und kompetenter Beratung freuen.

Moritz Günther, Bio-Koordinator bei EUROPLANT, zeigt sich sehr zufrieden: „Unsere Bio-Pflanzkartoffelschau hat sich im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Branchentreffen am Anfang des Jahres entwickelt. Viele Landwirte nutzen die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und treffen hier die letzten Vorbereitungen und Absprachen für die anstehende Auspflanzung. 


Aktuelle Berichte aus Markt und Forschung

Bereits die Begrüßung durch Jörg Eggers, Geschäftsführer von EUROPLANT, machte deutlich, auf welche Situation sich Kartoffelbetriebe in diesem Jahr einstellen müssen. Bei einer rekordmäßigen Aberkennungsrate traf es die Bio-Vermehrungen besonders hart.

„Konträr zum überfüllten Bio-Speisemarkt könnte es zu Engpässen bei der Pflanzgutversorgung kommen. Und das, obwohl die Vermehrungsflächen weiter ausgedehnt, die Erträge durchschnittlich bis gut und auch die Lagerbestände sehr ordentlich aussehen. Besonders hinsichtlich der Logistik könnte es komplizierter werden, da die anerkannten Partien ggf. erst zusammengefahren werden müssen. Wir raten daher, zeitnah zu bestellen und die gewünschte Sortenverfügbarkeit mit den Händlern abzustimmen,“ so Eggers. Einen eigenen Nachbau empfiehlt er in keinem Fall. „Wenn wir schon einen enormen Virusdruck mit speziell ausgewähltem Ausgangsmaterial, ganzjährig betreuten und selektierten Flächen in besonderen Gesundlagen haben, wie mag da wohl der eigene Nachbau aussehen?“ 

In seinem Vortrag „Resistenzzüchtung bei Kartoffeln - ein Marathon kein Sprint“ gab der langjährige EUROPLANT-Züchter Dr. Hans-Reinhard Hofferbert einen Einblick in die komplexe und langwierige Arbeit der Züchtung. Am Beispiel der Krautfäule-Resistenz veranschaulichte er den Züchtungsprozess eindrucksvoll. „Am Ende einer Züchtung steht immer auch ein Kompromiss – zwischen den unterschiedlichsten Anforderungen von Landwirtschaft, Handel, Verbraucher und dem jeweiligen Verwendungszweck der neuen Sorte,“ resümiert Hofferbert. 

Auf die aktuelle, schwierige Öko-Speisemarktsituation ging Reinhard Meyer vom Ökokontor Biologische Erzeugnisse ein, einer Tochter der Heilmann Gruppe und einer der größten Händler für Bio-Kartoffeln und Bio-Zwiebeln in Deutschland. „Die Ausdehnung der Bio-Kartoffelflächen der letzten Jahre, gepaart mit guten Erträgen, anständigen Qualitäten und nicht sonderlich stark wachsendem Bio-Absatz führten zu einem Überhang an Kartoffeln. Die Läger sind aktuell noch voll und der Absatz verläuft schleppend. Ein Überhang mit Ansage.“ 

Präsentation der Bio-Pflanzgutpartien 

In der Ausstellung konnten die Besucher die Qualitäten der diesjährigen Pflanzkartoffeln begutachten. „Gerne hätte wir noch viel mehr Partien ausgestellt. Aber die sehr hohen Aberkennungsraten im Biobereich hat die Auswahl sehr zusammengekürzt. Im Vorjahr konnten wir zum Beispiel über 120 verfügbare Partien aus ganz Deutschland zeigen. In diesem Jahr kommen wir gerade mal auf 70. Natürlich ist das noch längst nicht alles, was es am Markt gibt, aber trotzdem ein deutliches Zeichen,“ bedauert Moritz Günther. „Aber dennoch - auch für unsere Vermehrer ist die Veranstaltung eine gute Möglichkeit, das Ergebnis ihrer Arbeit zu präsentieren.“

Die Hausmesse mit zahlreichen Anbietern von Technik, Zwischenfrüchten und weiteren biologischen Produkten rund um das Thema Kartoffel rundeten die Veranstaltung ab.

Bestellungen von Bio-Pflanzgut bis Ende Januar

„Um die Sortengarantie zu sichern, muss die verbindliche Bestellung von Bio-Pflanzgut gemäß der KAT I-Regelung bis zum 31. Januar 2026 beim Handelspartner vorliegen“, erinnert Moritz Günther. 

Auf www.europlant.biz/bio-pflanzkartoffelschau bietet EUROPLANT auch online einen Überblick über die aktuelle Verfügbarkeit der einzelnen Bio-Partien „Das ist eine besondere Serviceleistung an alle, die am Tag der Präsenzveranstaltung nicht kommen konnten oder sich im Nachgang nochmals ein Bild verschaffen möchten“, so Günther.